Wissenswertes

Unterschiede der Systeme Pulver-Flüssigkeit (Acryl) und Gel

Grundsätzlich muss erwähnt werden, dass die chemischen Zusammensetzungen der beiden Modellagesysteme ähnlich, bzw. gleich sind. Daher ist die Bezeichnung Acryl, wie das Pulver-Flüssigkeitssystem auch genannt wird, nicht ganz korrekt und eher irreführend für den Laien. Gel wäre insofern eigentlich auch ein „Acryl“. Die Aushärtung der beiden Systeme unterscheidet sich für den Laien offensichtlich. Während die Aushärtung des Pulver-Flüssigkeitssystems sofort beginnt, sobald zwei Komponenten (nämlich Pulver und Flüssigkeit) in Verbindung kommen, findet beim Gel (aufgrund darin enthaltener Photoinitiatoren) die Aushärtung unter Einsatz einer UV-A-Bestrahlung statt. Die Hauptbestandteile beider Systeme sind Acrylate, die in vielen alltäglichen Stoffen zu finden sind und im ausgehärteten Zustand als völlig harmlos einzustufen sind.

Gesundheitliche Unbedenklichkeit

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Häufig ist die Aussage zu hören, dass das Pulver-Flüssigkeitssystem gesundheitsschädlich sei. Das entspricht nicht der Wahrheit. Fakt ist, dass in Produkten beider Systeme chemische Stoffe enthalten sind, die nicht in die Hände einer unausgebildeten und unwissenden Person gehören. Diese unterliegen der Kosmetikverordnung und werden in drei Kategorien unterteilt:

  • Verbotene Inhaltsstoffe
  • Inhaltsstoffe die mit Höchstgrenzen belegt sind
  • Stoffe die als unbedenklich einzustufen sind

Chemie

Prinzipiell sind es von den chemischen Zusammensetzungen her sehr ähnliche Stoffe, die letztendlich zu einem Kunststoff aushärten. Während in Gelprodukten Photoinitiatoren wie Hydrochinon, Benzophenone, Bisphenol-A, Camphorquinone, sowie verschiedene Derivate ausnahmslos unter Verdacht stehen, erbgutverändernd und/oder karzinogen zu sein, ist in den Pulver-Flüssigkeitsprodukten Benzoylperoxid der Stoff, der so viele zu der Aussage bewegt, dass er gesundheitsschädlich wäre und vom Gesetzgeber verboten sei. Tatsächlich ist Benzoylperoxid als Medikament einzustufen und darf unter diesem Gesichtspunkt nur von Ärzten, bzw. Apothekern an Dritte verkauft werden. Die Kosmetikindustrie hat dem Expertenteam der EU (SCCNFP) glaubhaft vermitteln können, dass Benzoylperoxid nur in unausgehärtetem Zustand als bedenklich einzustufen ist. Daraufhin wurde dieser chemische Stoff mit einer nachzuweisenden Höchstgrenze belegt. Ganz ähnlich erging es dem Inhaltsstoff Hydrochinon, der in Gelprodukten zu Beanstandungen führte. Auch dieser Stoff wurde vom Expertenteam der EU mit Höchstgrenzen belegt, die ein Hersteller, Vertrieb, oder Distributor nachweisen muss.

Durch das Inkrafttreten der Kosmetikverordnung wurden die Mitgliedsländer der EU verpflichtet, die beinhalteten Vorschriften in Landesrecht umzusetzen. Darüber hinaus ist es seit diesem Zeitpunkt vorgeschrieben, dass Hersteller und Vertreiber die Produkte für den Verkauf im Markt zulassen müssen. Dies heißt, dass der „In-Verkehr-Bringer“, also die Firma die Produkte an einen anderen verkauft, dafür Sorge zu tragen hat, dass die Bestimmungen eingehalten werden und dass dies von außenstehender Stelle, nämlich einem vereidigten Chemiker, bestätigt wird. Erstmalig in der Geschichte der Verordnungen hat nun nicht mehr der Gesetzgeber die Verpflichtung, ein Vergehen zu beweisen; sondern die Industrie muss nun belegen, dass sie dem Gesetz Folge leistet.

Für den Nageldesigner ergibt sich daraus die Verpflichtung niemals seine Produkte über Firmen zu beziehen, die an „Jedermann“ verkaufen, ohne Ausbildungsnachweise zu fordern. Weiterhin gilt, dass vom Nageldesigner nur Produkte verwendet werden, die nach der Kosmetikverordnung ausgezeichnet und zugelassen wurden. So vermeidet man den Erwerb von Produkten, die unter Umständen aus dem außereuropäischen Ausland über dunkle Kanäle auf unseren Markt gelangen

Abschließend ist noch einmal zusammenzufassen, dass weder Gel- noch Pulver-Flüssigkeitsprodukte gesundheitsschädlich sind. Sofern sie sachgerecht verarbeitet werden, aus sicheren Quellen bezogen werden, stellen Sie weder für den Kunden, noch für den Nageldesigner eine Gefahr dar.

Häufig gestellte Fragen:

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